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Berichte Distanzritte
Der erste EVG2 ! Ein kleiner Einblick in die Planung, Vorbereitung und Rückblick.
Eigentlich wollten Claudia und ich in Fehraltorf den EVG2 probieren, da uns Gossau nicht ideal für "Anfänger" vorkommt. Doch dann wurde der Ritt in Frauenfeld ausgeschrieben und ich habe mir in den Kopf gesetzt, dort den EVG2 bzw. 50 km zu reiten.
Nach Rünenberg Ende Oktober 2010 machten Pferd und ich zuerst eine kleine Winterpause bzw. waren wir gemütlicher unterwegs bis Ende Januar 2011. Ab dann begann das Training (nicht plötzlich von 0 auf 100, sondern langsam steigernd) mit kuriosen Ausritten (z.B. im Trab den Hügel rauf, im Schritt runter und dann nochmals im Trab hinauf), Galopptraining (auf mein Pferd zugeschnitten. Wahrscheinlich würde jeder andere darüber lachen, aber mir egal. Wir arbeiten aber am ruhigen Galopp), lange Ausritte, dann mal zwei Ausritte am gleichen Tag oder innerhalb 3 Tagen die geforderten 50 km. Dazwischen immer wieder mal etwas Abwechslung (Stangentrabkurs, Bodenarbeit, Dressurstunden oder einfach etwas gemütlicher).
Irgendwann habe ich dann beschlossen, dass die Reitzeit egal ist, aber ich je Ausritt mind. 10 km reite. Damit ich das Training nicht übertreibe, ist meist das GPS mitgekommen.
Und irgendwann haben wir mal ein Freibergerwettrennen gemacht. Sonst hat mein Pferd nie eine Chance gegen Rony, weil einfach zu langsam. Doch unser Training hat etwas gebracht. Normalereise war Saphena etwa 35 km/h schnell, an diesem Tag überholte Saphena am Schluss nach ein paar hundert Metern in vollem Galopp mit knapp 45 km/h. Wow! Hab fast eine Rennmaschine (ja ich weiss, es gibt mehr schnellere Pferde).
Damit nicht nur mein Pferd topfit ist, beschliesse ich, einmal pro Woche in der Mittagspause Längen zu Schwimmen und noch einige Kilos abzunehmen. 5 Kilo sind bereits geschafft. Es sollen aber noch mehr werden. ;)
Es werden noch ein paar Ausrüstungsgegenstände organisiert:
- Persönliche Exceltempotabelle kreieren (bis ich diese Formel raus hatte, vergingen etwa 2 Stunden!)
- 2 Campingstühle für Groom und mich kaufen
- 2. Lammfellschabrake kaufen (da ich nach einer Runde sicher keine nasse Schabrake auf das Pferd lege)
- Sattelbock kaufen (dann muss endlich der Sattel nicht mehr auf den Boden gelegt werden. Leider ging der "Bock" zuhause vergessen. Na ja...)
- Pulsuhr kaufen (ich kenne mich, wenn ich nervös bin und mit Stethoskop den Puls messen sollte...)
Und noch andere Vorbereitungen getroffen:
- Anmeldung ausfüllen, Startgeld zahlen
- rechtzeitig den Schmied holen (hat super geklappt)
- Impfung nicht vergessen (im Februar)
- Stallbesitzer und seine Schermaschine "mieten" (hat leider nicht geklappt. Ich musste länger arbeiten und der Stallbesitzer hatte kenie Zeit mehr. So wurde Saphena doppelt einschamponiert, damit wenigstens noch etwas Winterfell raus kommt)
- Mähne und Schweif üben mit Einflechten (Mähne klappt ganz gut, Schweif; na ja... -> ich hab beim Schweif so etwas kreatives gemacht, war wirklich zum Lachen. Hatte aber seinen Zweck erfüllt.)
- üben, mit Puls messen (macht mir im Moment die "grössten" Sorgen -> auch diese Herausforderung haben wir geschafft. ;) )
So und dann kam der 2. April 2011. Die Spannung und Vorfreude war gross, das Auto voll und Saphena ging ohne Probleme in den Anhänger.
Mein Plan war kurz vor 11 Uhr zu starten, da ich nicht dauernd von schnelleren Reitern überholt werden wollte. Hat auch so geklappt. Wir waren den grössten Teil der ersten Schlaufe mit durchschnittlich 15 km/h unterwegs. Saphena war wirklich fit und lauffreudig. Leider wollte sie an keinen Groompunkt trinken. Die reine Reitzeit war fast genau 2 Stunden.
Eigentlich war nach ca. 5 Minuten der Puls bereits bei 50 Schlägen. Ich glaubte aber dem Pulsmessgerät überhaupt nicht und so suchte ich noch mit dem Stethoskop den Puls (tatsächlich, der Puls war wirklich so tief). Dann ging es zum Vetgate (war ich nervös, aber Saphenas Puls war unterdessen bei 44 Schlägen). Das Vortraben klappte auch irgendwie mit folgender Bemerkung der Tierärztin: "Das Pferd wirkt müde beim Antraben". Finde, ich zwar nicht, aber Saphena hörte anscheinend das Wort "müde" und gähnte im Vetgate genüsslich (peinlich, peinlich).
Die 40 Minuten Pause vergingen wie im Flug mit Pferd versorgen (inkl. Wälzen und Pferd wieder putzen) und so hatten wir noch etwas Stress, damit Saphena und ich wieder einigermassen rechtzeitig am Start waren (äh wir kamen etwas später und so lief die Zeit halt eben weiter). Der Starter meinte noch: "Wir seien der Besenwagen". Toll, super. Die Letzten auf einem Distanzritt. Wir holten dann bald einmal Melanie und Sam ein und so ritten wir wie in Rünenberg 2009 zusammen die restlichen 15km. Glücklicherweise trank Saphena am Groompunkt fleissig (das erste Mal an diesem Tag). Da Sam noch etwas Überredungskünste brauchte zum Tränken, warteten Saphena und ich auf die Beiden. Saphena fand den grossen Bottich mega cool und spielte mit dem kühlen Nass (beim zweiten Mail bei diesem Groompunkt wieder dasselbe Spiel; zuerst trinken und danach herumblödeln mit dem Wasser).
Danach ging es weiter. Saphena wäre zwar schneller als Sam gewesen, aber ich wollte den Ritt bestehen und nicht zuforderst in der Rangliste erscheinen. Ganz am Schluss ging es noch ein zweites Mal über die lange Metallbrücke (zuerst wollte Saphena nicht mehr drüber, aber mit sanfter Überredung ging es dann doch). Das Ziel haben wir im zügigen Galopp erreicht und Saphena fleissig gekühlt, damit der Puls runter geht. Doch dies hatte leider nichts genutzt, da im Vetgate Saphena ferngesteuerte Spielzeugautos sah und förmlich davon Herzklopfen bekam. Der Puls war dann bei 52 Schlägen (hauptsache unter 64) und somit hatten wir den ersten EVG2 mit 13.30 km/h geschafft und die zweite Quali bestanden. Jipiie!
Vielen lieben Dank an Groom Deborah. Trotz der Strapazen (u.a. Sonnenbrand) können wir auf einen erfolgreichen Tag zurückblicken.
P.S. Wer es interessiert, alle Rittinfos sind auf www.distanzritt-frauenfeld.ch augeschaltet.
Fazit von diesem Tag:
- Diesmal muss die Reiterin nach einem Ritt zum Arzt. Hab offenbar mein Knie "etwas" überbeansprucht nach einem Sturz im Winter.
- Saphena geht es gut (die Fütterungstipps von Anita haben geholfen. Dankeschön).
- Saphena muss aber unbedingt lernen, immer zu trinken, wenn sie Wasser vor der Nase hat.